Festival History

Willkommen bei einem Ausflug

in die Geschichte des Roskilde Festival

PR_orange_stage.jpg

„Mellem Drømme & Drøn” – „Zwischen Traum und Lautstärke”

Seit über 30 Jahren frische Musik von höchster Qualität

Seit 1971 öffnet das etwas andere Festival seine Tore für populäre Jugendmusik der verschiedensten Stilrichtungen. Aber auch klassische Orchester standen beim Roskilde Festival schon mehrfach auf der Bühne.

Roskilde ist damit nicht nur das älteste und beständigste Festival, sondern es hat sich über die Jahre zu einem der größten Musikereignisse der Welt entwickelt, das über vier Tage aktuelle, spannende Musik in einer besonderen Atmosphäre präsentiert. Nicht nur große Namen waren und sind zu erleben. Zum musikalischen Konzept gehört bis heute, dass eine Vielzahl hervorragender, noch nicht so oder bestenfalls nur Insidern bekannte Bands aus aller Welt auftraten und treten. Häufig stell(t)en sie mit ihrer Spielfreude und Qualität die „Großen” in den Schatten und überzeug(t)en das Publikum.

Dadurch hat das Roskilde Festival in seiner langjährigen Geschichte mehrmals als Trendsetter mit dazu beigetragen, dass aus Newcomern Stars wurden, Künstler aus Skandinavien über die nordischen Grenzen hinweg Erfolge feiern konnten.

Bekannt für seine einzigartige, friedliche, entspannte Atmosphäre bietet es seinen Fans heute in vier Tagen ca. 160 Bands auf sechs Bühnen auf dem Dyrskuepladsen am Rande der Dom-Stadt Roskilde östlich der dänischen Hauptstadt Kopenhangen.

Veranstalteter dieses etwas anderen Festivals ist der gemeinnützige Roskilde Fonden mit dem Ziel, sowohl ein progressives, jugendkulturelles Musikereignis zu gestalten und zugleich soziale, pädagogische, humanitäre Projekte zu unterstützen – heute weltweit. Kontrolliert von den Dänischen Behörden muss der Überschuss jedes Jahr gespendet werden. Über 70 Millionen Dänische Kronen (DKK) – etwa 10 Millionen Euro – sind bislang in humanitäre Projekte geflossen.

Jedes neue Festival startet dann bei 0,00 DKK. Somit ist das Roskilde Festival das einzige große, nicht profitorientierte, privatrechtlich organisierte Festival weltweit. In ihm verbirgt sich bis heute der Geist von der gemeinnützigen Idee „music back to the people”. Aber Roskilde-Festival-Atmosphäre war immer mehr als spannende, aktuelle Musik. Künstlerische Aktionen, irrwitzige Straßentheater-Performances, launige Literaten-Wettstreite oder Angebote von Trendsportarten gehören seit jeher zum Konzept

In seinen nunmehr über 30 Jahren kann das Roskilde Festival auf eine abwechslungsreiche, ereignisvolle Zeit mit Höhen und Tiefen zurückblicken und konnte bis heute, immer wieder aus Fehlern lernend, innovativ neue Qualitätsstandards auch für andere Großveranstalter setzen. Die hohen Standards lassen sich jedes Jahr aufs Neue durch die Programm- und Geländegestaltung sowie weiterentwickelte Sicherheitsvorkehrungen sinnlich erfahren.

Doch Roskilde-Festival sind nicht nur vier Tage tolle Musik im skandinavischen Sommer, sondern versteht sich längst auch als nordische Kulturinstitution. Daher unterstützt es insbesondere im Winter, in Kooperation mit anderen Musikerorganisationen die Nachwuchsförderung in Skandinavien und stellt in diesem Rahmen sein Know How engagierten Musikklubs zur Verfügung.

Im Netzwerk YOUROPE, einem Verbund europäischer Festivalveranstalter, sollen diese Aktivitäten durch Austausch europaweit stattfinden. Zum Nutzen von Fans und Künstlern soll auf diese Weise jedes beteiligte Festival bereichert werden.

Adresse: Roskilde Festival – Havsteensvej 11 – DK-4000 Roskilde – Danmark

Fon: 0045/4636 6613 – Fax: 0045/4632 1499 – E-mail : info@roskilde-festival.dk

Geschichte des Roskilde Festivals:

Im Sommer 1971 fand, natürlich inspiriert durch „Woodstock”, das erste Festival auf dem Dyrskuepladsen am südlichen Stadtrand von Roskilde statt. Es hieß „Sound Festival” und lockte rund 10.000 Besucher an, die „Love & Peace” erleben wollten. Veranstaltet von einem privaten Promoter, dem es laut Augenzeugen wichtiger war, mit seinem BMW übers Gelände zu kurven, als sich um die Organisation zu kümmern, wurde es zu einem ziemlichen Desaster.

Allerdings kamen junge Mitglieder der gemeinnützigen Organisation Roskilde Fonden, die bis dahin neben ihrer sozialen Arbeit Stadtfeste veranstaltete, dadurch auf die Idee, so etwas in eigener Regie zu machen. In Kooperation mit einem professionellen Veranstalter eröffneten sie 1972 das „Fantasy Festival”, das überwiegend zufriedene Gesichter hinterließ.

Von der Idee begeistert und vom Erfolg angetan war von 1973 an der Roskilde Fonden alleiniger Veranstalter. Seitdem heißt die Veranstaltung Roskilde Festival. Bis Ende der 70er Jahre wurde es ausschließlich ehrenamtlich organisiert, von Leuten, die zum Teil bis heute noch federführend an der Festival-Leitung beteiligt sind.

Mit dem Erwerb der orangenen „Canopy Scene”, dem ehemaligen Tourneezelt der Rolling Stones und dem heutigen Symbol des Festivals – es wurde in einem heruntergekommenen Lagerschuppen in London zufällig entdeckt – begann 1978 eine neue Zeit.

Das Festival war kontinuierlich auf über 35.000 Zuschauer gewachsen. Mit Leif Skov, Henrik Rasmussen und Henrik Nielsen wurden erstmals Hauptamtliche eingestellt. Sie waren nicht nur verantwortlich für Programmgestaltung, Organisation und Sicherheit des Festivals, sondern auch für Ausbildung und Koordination der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die bis heute durch ihren engagierten Einsatz zum Gelingen beitragen und zum wichtigsten Rückhalt des Roskilde Festivals zählen. Mit diesem Schritt zur Professionalisierung wurde nicht nur der Grundstock für den weiteren Erfolg gelegt, sondern man war auch vorbereitet auf manche Turbulenzen.

In den Ganjaschwaden des Reggae verabschiedeten sich langsam die Hippie-Zeiten. Statt „Love & Peace” begann die Zeit der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Häuserbesetzungen, Anti-Atomkraft- und Anti-Aufrüstungsdemonstrationen und anderes mehr beherrschten die gesellschaftspolitischen Schlagzeilen. Politiker wie Kohl, Reagan (USA) und Thatcher (GB) begannen durch ihre konservative so genannte „moralisch-geistige Wende“ soziale Errungenschaften und Freiheitsrechte zu demontieren. Die Zeiten wurden härter, die allgemeine Stimmung etwas aggressiver. Punk kündigte diese Abkühlung zwischen Jugend und Staaten an. In dieser Zeit entwickelte sich das Roskilde Festival Mitte der 80er Jahre mit 50 bis 60.000 Zuschauern zum „Lille Lys I Mørket“ (kleines Licht in der Dunkelheit).

Waren bislang Bands (link zu Bands so es solche noch gibt) wie, Kinks, Family, Canned Heat, Procul Harum, Fairport Convention, Ravi Shankar, Weather Report, Dr. Hook, Ian Gillan Band, Steeleye Span, Bob Marley, Peter Tosh, Santana, Dr. Feelgood, Rory Gallagher, Talking Heads, UB 40, Saga, Jack Bruce, Jeff Beck, Joan Armatrading, Fisher Z , Tom Robinson Band, Lindisfarne zu sehen, setzten in den 80ern Bands (link zu Bands) wie U2, Pogues, Ramones, Clash, Alarm, Nina Hagen, New Model Army, Inxs, Waterboys, Iggy Pop, Pretenders, Madness, The Cult, The Church, The Cure, The Smiths, Death Angel, New Order, The Style Council, Metallica und viele mehr ihre Duftmarken. Superstars wie Eric Clapton, Leonard Cohen, Van Morisson, Lou Reed, Sting, Brian Adams waren in dieser Zeit aber ebenso zu Gast.

Waren bis Mitte der 80er Jahre neben den internationalen Stars und Newcomern die dänischen Bands Gnags und TV2 die hauseigenen musikalischen Aushängeschilder des Festivals, erhielt ab Ende der 80er die Band Disneyland After Dark, die sich nach einem Rechtsstreit mit dem Disney-Konzern in D*A*D umbenennen musste, diese Rolle. Eine Rolle, die später eine besondere Tragweite erhielt.

Als Spiegelbild jener Zeit kam es während der damals noch dreitägigen Festivals auch zu Auseinandersetzungen zwischen Publikum und einem Teil der dänischen Polizei, die meinte, während des Festivals politisch aktive Dänen verfolgen und verhaften zu müssen. Diese Szenen hätten fast das Aus des Festivals bedeutet. Manche Aktionen erinnerten durchaus an Auseinandersetzungen bei Demonstrationen oder Häuserkämpfen dieser Zeit. Erst durch energisches Eingreifen der Festivalleitung gegenüber Polizei und politisch Verantwortlichen, der Drohung, das Festival endgültig zu schließen, sowie viel Überzeugungsarbeit bei den Bürgern und Kaufleuten der Stadt Roskilde konnte insbesondere durch das Engagement von Leif Skov die Krise überwunden werden.

Nach einer breiten Debatte über Freiheitsrechte in der dänischen Öffentlichkeit verhielt sich die Polizei auf Grund des öffentlichen Drucks fortan deeskalierend, hielt sich mehr und mehr zurück und war zur Kooperation mit der Festivalleitung bereit.

Den kommenden Aufgaben und der neuen Größe entsprechend wurde der hauptamtliche Stab erweitert. Das Festival-Büro besteht seit einigen Jahren aus 15 Leuten, die alle Facetten des Festivals engagiert vorantreiben. Dazu gehört vor Allem auch die Anleitung, Fortbildung und Koordination der über 20.000 Volunteers, die sich in mehr als 30 Arbeitsgruppen für das Festival einsetzen.

Von 1987 an erlebte das Roskilde Festival eine rasante Erfolgsstory. Die Zuschauerzahl wuchs von Jahr zu Jahr, das Festival wurde 1990 von drei auf vier Tage ausgeweitet. Obwohl 1991 das Gelände unter Sturm und Regenmassen versank und den legendären Roskildemodder hinterließ - beeindruckend wie Billy Idol und Iggy Pop auf der „Orange Stage“ den Donnergöttern trotzten – etliche Zelte auf den Campingplätzen wegfegt wurden, fand der Zuspruch von Seiten der Fans kein Ende. Im Gegenteil. Im Jahre 1994, das Festival wurde vom nordischen Kulturrat zum „Kulturfestival” geadelt, bevölkerten 90.000 Zuschauer das Gelände, machten die Räume und Wege eng. Es kam deswegen häufig zu unangenehmen Erlebnissen. Die Schlangen vor den Toiletten und an den Ständen waren zu lang, vor den Bühnen kam es zu Gedränge und Gerangel, die berühmte friedliche Atmosphäre beim Roskilde Festival drohte verloren zu gehen.

Die Festivalleitung reagierte. Zum 25-jährigen Jubiläum 1995 gab es mehr Platz, um wieder allen ein angenehmes Erlebnis zu gewährleisten. Das Festival wurde um zwei auf nunmehr sieben Bühnen erweitert und das Gelände dadurch erheblich vergrößert. Gleichzeitig wurde die Zuschauerzahl auf 90.000 begrenzt. So wurde wieder Raum für entspannte Atmosphäre geschaffen, allerdings bei sehr weiten Wegen. Die größte Distanz zwischen den am weitesten auseinander liegenden Bühnen betrug etwas mehr als 2,5 Kilometer. Vom äußersten Ende der „Camping Area“ bis zur entferntesten Bühne waren es fast doppelt so viel. Um bei dem weiter wachsenden Zuspruch dem Verkehrschaos rund um das Gelände zu entgehen, konnte nach vielen Jahren der Verhandlung auch endlich der lange geplante Festivalbahnhof eingeweiht werden. Dadurch entstanden zudem neue Camping-Areale. Aber es musste auch eine Brücke über die Gleise her. Gegen zu viele Wassermassen war inzwischen ein Drainagesystem verlegt worden. Das Festival ‘95 war fünf Wochen vor Beginn ausverkauft.

„Wir wollen nicht größer sondern besser werden”, lautete anschließend die Devise. Den von allen Seiten gelobten friedlichen Charakter des Festivals wollte man bewahren. Daraus ergab sich eine für die heutige Zeit gänzlich untypische, für ein nicht-kommerzielles Festival aber folgerichtige Fragestellung: Wie geht man mit zu viel Erfolg um? Wie schafft man es, dass sich alle Beteiligten bei diesem großen Rockereignis wohl fühlen?

Die Antwort war: Reduzieren der Zuschauerzahl auf 70.000, Verringern der Entfernungen bei fast gleichem Platzangebot. Aus sieben wurden sechs Bühnen, die näher zusammen rückten. Um jede Bühne wurde die Fläche offener gestaltet. Mit diesen Veränderungen sollte erreicht werden, dass sich niemand eingeengt fühlte oder zu viel laufen musste. Vor den Bühnen war mehr Platz, es gab mehr Essens- und Getränkestände, mehr Toiletten. Die Schlangen wurden wieder kürzer. Das Konzept kam an. Das Roskilde Festival hatte sich über alle Grenzen hinweg den Ruf erworben, das friedlichste, sicherste und in mehreren Bereichen innovativste Festival zu sein. Das Jahr 1999 gab davon ein beredtes Zeugnis ab. Das Festival war auf dem richtigen Weg.

Zwischenzeitlich wurde dem Roskilde Festival in Person seines Leiters von Beginn an, Leif Skov, eine besondere Ehre zu teil. Dänemarks Königin Margarthe II hängte dem verantwortlichem Sprecher des Ausnahmefestivals im Jahre 1998 für seine Verdienste in der Jugendkulturförderung das „Ritterkreuz des Dannebrog-Ordens” ans Revers.

Dennoch: Trotz aller Erfahrungen und Sicherheitsvorkehrungen, kam es 2000, es war das 30. Festival, zur großen Tragödie. Die Ereignisse waren und sind bis heute unfassbar. Während des Konzertes von Pearl Jam am Freitag mit etwa 50.000 Zuschauern kamen vor der „Orange Stage“ neun junge Menschen zu Tode. Wie es zu dieser Katastrophe kam, konnte trotz über einjähriger Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft nicht restlos aufgeklärt werden. Umstände wie starker Regen, feuchter Boden, Enge und Geschubbse vor der Bühne oder Crowdsurfing trugen dazu bei, dass neun junge Menschen durch Erdrücktwerden und Ersticken ihr Leben verloren.

Das Festival stand unter Schock. Krisenzentren für Mitarbeiter und Publikum wurden eingerichtet. Das nachfolgende Konzert von The Cure wurde natürlich abgesagt. Die Festivalleitung stand vor der dramatischen Frage: Abbruch oder Fortsetzung des Festivals. Nach mehrstündiger intensiver Beratung hieß es: „Life is stronger than Death – Das Leben soll stärker sein als der Tod“. Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Entscheidung war: bei einem Abbruch würden die rund 100.000 Menschen mit dem Schock allein gelassen. Zudem würde es ein Abreisechaos geben, das die Verzweiflung der schockierten Menschen verstärken würde.

Ganz Dänemark trauerte. Mit einem offiziellen Gottesdienst auf der „Orange Stage“ mit dem Bischof des Doms von Roskilde wurde am Samstag der getöteten jungen Leute gedacht. An der Trauerfeier im Dom von Roskilde nahmen der Dänische Regierungschef und weitere Mitglieder seines Kabinetts teil. Ein jeder versuchte, ob allein oder in Gruppen, mit dem Unfassbaren fertig zu werden. An mehreren Stellen bei der größten Festival-Bühne hatten die Festival-Besucher spontan Gedächtnisstätten errichtet. Düstere Wolken aus Verzweiflung, Fassungslosigkeit, Trauer und Schuldzuweisungen lagen über dem Festival. Headliner wie Oasis und Pet Shop Boys sowie andere Bands hatten ihre Auftritte aus Respekt vor den Toten abgesagt. Andere gedachten bei ihren Auftritten in ihrem gedämpften Programm der Opfer

Mit einem ergreifenden Konzert von Youssou N’dour fand das Festival seine von einigen Seiten umstrittene Fortsetzung. Es wurde ein Konzert der kollektiven Trauerarbeit. Bei seinem bekanntesten Song – „Seven seconds” – stieg N’dour mit einer brennenden Fackel von der großen Bühne herab, schritt durch das Publikum und brachte die Fackel zum vom Publikum eingerichteten Gedächtnisplatz am Mischturm.

In bedrückter Stimmung steuerte das Festival seinem Ende entgegen. Letzte Band waren D*A*D. Auch sie standen unter Schock, hatten eigentlich überlegt ihren Auftritt abzusagen. Erst durch intensives Bitten und Drängen der Freunde eines der Getöteten gaben sie ihr Ja-Wort zu einem ihrer wohl intensivsten und schwierigsten Konzerte. Nach ihrem Song „Something Good” entzündete Gitarrist und Sänger Jesper Benzer acht Fackeln, je eine für einen der Getöteten – eine weitere Person rang zu diesem Zeitpunkt noch um sein Leben und über 40.000 Menschen auf dem Gelände hofften inständig, sie möge überleben – reichte sie ins Publikum und ließ sie von Hand zu Hand wandern hin zu der Gedächtnisstätte. Während des weiteren Auftritts herrschte eine sehr besinnliche Stimmung zwischen Band und Publikum. Ja, man brauchte sich gegenseitig. Mit den Worten: „Lasst es uns besser machen für das nächste Jahr”, läuteten D*A*D den Schlussakkord ein: „I´m lookin´ at the sky… and I´m tryin´ not to cry..”, sangen die 40.000 mit, bei dem Song auf den alle gewartet, den insbesondere aber die Freunde des einen Toten gewünscht hatten. Mit den Zeilen „It´s after darkness, disneyland is closed….” endete das Roskilde Festival 2000.

Bedrückt und erschüttert fuhren die Festival-Besucher nach Hause. Verzweifelte Fragen standen im Raum: „Wie konnte das passieren?” und „Wieso gerade hier?” Denn Roskilde galt international immer als eines der sichersten Festivals.

Nachforschungen, Untersuchungen, Überprüfungen der Vorgänge wurden intensiviert. Die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein. In den Medien wurde eine Vielzahl offener Fragen hinsichtlich der Sicherheit von Festivals und anderer Großveranstaltungen diskutiert. Wäre diese Katastrophe, obwohl das Roskilde Festival zu einem der bestens organisierten Großereignisse zählte, zu verhindern gewesen? Wo waren Fehler trotz der vielen Erfahrung gemacht worden? Es kursierten die verschiedensten Schuldzuweisungen. Im Zentrum dieses medialen Wirbelsturms stand die Festivalleitung, insbesondere Leif Skov.

Alle bisher guten Erfahrungen, schlicht alles stand in den folgenden Monaten auf dem Prüfstand. Vor allem stand die Frage im Raum: wird es ein Festival 2001 geben können? Nach langen intensiven Gesprächen hieß es im Herbst 2000: Es wird ein Festival 2001 geben! Allerdings mit noch größeren Sicherheitsvorkehrungen als bisher, ohne Rücksicht auf entstehende Kosten.

Den Winter hindurch wurden in den Arbeitsgruppen parallel zu den offiziellen Nachforschungen eigene Untersuchungen unternommen, um mögliche Sicherheitslücken schließen zu können. Dabei arbeitete man eng zusammen mit einer der Welt größten Organisation für Sicherheitsfragen bei Großveranstaltungen und Festivals: „Crowd Mangement Strategies“. Ergebnis dieses umfangreichen Diskussionsprozesses waren entscheidende Neuerungen. Mit so genannten „Mojo-Barriers” wurden vor den zwei größten Bühnen die Räume ganz neu geordnet. Durch kontrollierten Zugang wird zu großes Gedränge „at stage“ verhindert. Intensivere Schulung der Ordnungskräfte in den Wintermonaten, zusätzliche Sicherheitsmanager auf den großen Bühnen mit erweiterten Entscheidungskompetenzen und verbesserter technischer Ausrüstung sowie das generelle Verbot des „Crowd-Surfens” waren weitere Elemente. Dazu kam eine Sonderausgabe des Informationsblattes „You and the Festival Crowd”, in dem an die Eigenverantwortung eines jeden erinnert und über mögliche Gefahren bei Großveranstaltungen aufgeklärt wird. Die Erstellung dieses Blattes unterstützten auch die Bands Oasis und Pet Shop Boys. In die Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen wurden insgesamt acht Million DKK (gut 1,2 Million Euro) investiert.

Trotz dieser Verbesserungen war die Entscheidung der Festivalleitung, ein Festival 2001 zu veranstalten, im Frühjahr des Jahres in der dänischen Öffentlichkeit höchst umstritten. Gefordert wurde, mindestens ein Jahr auszusetzen, bis alle Fragen geklärt sein würden. Eine neue staatsanwaltschaftliche Untersuchung stand an. Es kursierten Gerüchte, Polizei und Festivalleitung hätten, um von eigenen Fehlern abzulenken, Erkenntnisse verschwiegen. Auch der Rücktritt von Festival-Chef Leif Skov wurde vehement gefordert.

Vor diesem Hintergrund schritt die weitere Planung des Festivals ´01 dennoch voran. Man baute auf seine guten Erfahrungen, die gemachten Verbesserungen und die Überzeugung „Life is stronger than Death – Leben ist stärker als der Tod“. Aber erst vier Wochen vor Beginn gab der dänische Staat die Erlaubnis, das Festival im Jahr nach der Tragödie doch zu veranstalten. Gravierende Versäumnisse bei dem Unfall 2000 konnten staatsanwaltschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Mit einer Zeremonie zum Gedenken an die neun Toten wurde das Festival ´01 eröffnet, die Gedenkstätte, bestehend aus neun jungen Birken, die im Kreis um einen großen Feldstein gepflanzt wurden, wurde offiziell eingeweiht. Die Erinnerung an die Vorkommnisse des letzten Jahres war bei fast allen Besuchern präsent. Entsprechend verhalten war die Stimmungslage, zum Teil gepaart mit der Sorge, „hoffentlich passiert nichts”. Auf der Rückseite der T-Shirts mahnte der Aufdruck: „ …how fragile we are. Take care“ zum rücksichtsvollen Umgang miteinander. Im Bewusstsein der Tragödie vom Vorjahr ging das Festival ´01 in gedämpfter, verhalten optimistischer Stimmung seinen Weg.

Das Publikum – 56.000 Zuschauer waren gekommen – musste sich an die Neuordnung vor den großen Bühnen mit Geduld und Murren erst einmal gewöhnen. Leicht gedämpft, doch in zunehmend lockerer werdender Stimmung vergingen die Festivaltage ohne Vorkommnisse. Zu sehen waren u.a. Wyclef Jean, Tool, Neill Young & Crazy Horse, Nick Cave & The Bad Seeds, Bob Dylan, Robbie Willliams, Faithless, Manu Chao, Patti Smith, P.J. Harvey. (link zu Bands)

Einen Höhepunkt bildete als Abschluss des Festivals der Auftritt von The Cure; er wirkte als emotionale Brücke zwischen der Erinnerung an die letztjährigen Ereignisse, der Freude über die gegenwärtige vorsichtige und friedliche Stimmung sowie der Hoffnung, für die Zukunft aus Erfahrungen gelernt zu haben. Mit großer Erleichterung auf allen Seiten schloss das Festival ´01 seine Pforten. Es war geschafft, die Basis gelegt: trotz eines Defizits von ca. acht Million DKK war der Weg frei für die Zukunft des Roskilde Festivals.

Auf diesen Erfahrungen mit den verbesserten Sicherheitsbestimmungen ließ sich aufbauen. Im Oktober 2001 ging das Festival ´02 in Planung. In den Wintermonaten wurde weiter durch Schulung der Mitarbeiter an der Verbesserung der Sicherheitskonzeption gearbeitet. Als das Festival ´02 mehr oder weniger in trockenen Tüchern war, erklärte im Frühjahr 2002 Leif Skov aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt von seinen Aufgaben. Schon 2001 hatte er einige seiner Aufgaben an jüngere Mitarbeiter übergeben. Er wirkt bis heute als Spirituel Rector in beratender Funktion nicht nur für das Roskilde Festival weiter.

Nach über 30 Festival-Jahren bekam das Roskilde Festival endgültig ein deutlich verjüngtes Leitungsteam. Die Funktion als Sprecher übernahm Esben Danielsen mit den Worten, sowohl die Shorts als auch die Schuhe Leif Skov´s seien mindestens eine Nummer zu groß für ihn. Er müsse seinen eigenen Stil finden. Wichtige Worte, um als neues Aushängeschild des Festivals öffentlichen Erwartungshaltungen den Druck zu nehmen, gleichzeitig aber darauf hin zu weisen, dass nun eine jüngere Generation, die mit dem Festival groß geworden ist, die Geschicke des Festivals weiter führen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war die Diskussion um das Unglück von 2000 noch nicht abgeschlossen. Am 12. Juni 2002, kurz vor Festivalbeginn, lag der Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft vor. Nach Befragung von mehr als 900 Zeugen kam sie zu folgender Beurteilung: Es gab zwar einen Mangel an der internen Kommunikation während der Krise. Dies könne aber nicht als Grund für den Umfang der Katastrophe angesehen werden. Es hätten so viele unterschiedliche, nicht übersehbare Faktoren zu dem Unglück beigetragen, dass der Festivalleitung, die unter Schock um Krisenmanagement bemüht war, kein drastischer Vorwurf gemacht werden könne. Zudem habe das Festival in 2001 durch Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen und deren Weiterentwicklung für 2002 gezeigt, den Schutz für das Publikum in den Mittelpunkt zu stellen. Bestätigt wurde diese Beurteilung auch durch die Sicherheitsagentur „Crowd Management Strategies”, die das Festival ´02 für „das sicherste und am besten organisierte Festival” erklärte.

Dies führte unter anderem dazu, dass die Pet Shop Boys, die 2000 ihren Auftritt wegen mangelnder Sicherheit absagten, sich bereit erklärten beim Festival ´02 aufzutreten. Als Erinnerung gemahnt weiterhin die Gedenkstelle. Auf den T- Shirts hieß es nochmals: „How fragil we are. Take care“. Es traten auf: Manu Chao, The Chemical Brothers, Garbage, Red Hot Chili Peppers, Manowar, Primal Scream, Yeah Yeah Yeahs, Erykah Badu, Kaizers Orchestra und viele, viele andere. Das Abschlusskonzert beendeten Travis mit den Worten: „Wenn es einen Ort gibt, der das Wort Festival verdient, dann ist es hier in Roskilde“. (links)

Das Festival ´03 war am Start. Die Krise gehörte beinahe der Vergangenheit an, ohne die Ereignisse zu verdrängen. Aber die typische Roskilde-Atmosphäre kehrte zurück. Doch die mehr als 70.000 Fans mußten sich mit einigen Neuerungen zu Recht finden. Die verjüngte neue Festivalleitung setzte erste Akzente. Da viele Festivalbesucher ihre Zelte schon eine Woche vor Festivalbeginn aufbauten, wurde ihnen, um sie bei Laune zu halten, ein zusätzliches Programm geboten. Mit der Errichtung der Camp-Stage wurde quasi ein „Festival vor dem Festival“ initiiert. Seitdem gibt es gestaffelte Eintrittspreise.

Eine weitere Neuerung war die Umbenennung der Bühnen, die bei vielen regelmäßigen Festivalgästen etwas für Verwirrung sorgte. Zwar blieb das Wahrzeichen Orange-Stage die Orange-Stage, aber die anderen erhielten neue Namen jenseits der gewohnten Roskilder Farbenlehre und zum Teil neue Standorte. Die Grøn-Stage heißt jetzt „Arena”: mit einer Kapazität für 18.000 Zuschauer ist es der größte überdachte „Konzertsaal“ des Festivals. Aus Yellow-Stage wurde „Odeon”: für mehr als  9.000 Fans ist es die Zeltbühne für puren, rauen Rock. Blue-Stage heißt nun „Pavillion”: es ist die Bühne, die 5.000 Fans typische Club-Atmosphäre bietet. Ex Roskilde-Club ist nun „Metropol”: das elektronische Clubland in entsprechender Tanzumgebung für mehr als 7.000 Tanzwillige. In Nachbarschaft ist nun „Ballroom” angesiedelt: die Bühne, die für mehr als  7.000 Interessierte das große Spektrum der „Weltmusik” bietet. Das Chillout Zelt heißt nun „Lounge”. Für kleine Irritationen war gesorgt.

Dennoch fand Roskilde 2003 endgültig in seine Erfolgsspur zurück. Gelobt wurde die weiter verbesserte Organisationsstruktur und das erneut vielseitige Musikprogramm. Zum Erfolg trugen bei: Metallica, Dave Gahan, Coldplay, Iron Maiden, Blur, Queens Of The Stone Age, Massive Attack, De La Soul, Turbonegro, The Streets, Asian Dub Foundation, Kaizers Orchestra, Sigur Ros, Salif Keita, Carlinhos Brown, Radio 4, Kashmir, The Raveonettes, Mew, Yo La Tengo u.v.m. (links). Höhepunkt war das Abschlusskonzert von Björk. Es endete mit einem grandiosen, von ihr musikalisch untermaltem fulminantem Feuerwerk.

Roskilde´04 wird wohl als „Wattwandern mit viel hochkarätiger Musik” in die Annalen eingehen. Schon weit vor Festivalbeginn hatte der permanente, teils sintflutartige Regen den Boden des Festivalgeländes, der Camping- und Parkplätze weich gespült. Obwohl die Festivalleitung mit verschiedensten Materialien aktuell versuchte, das Gröbste zu verhindern, gab es den schon bekannte Roskilde Modder – erst auf den Campingplätzen, dann auch auf dem Festivalgelände. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Ungefähr 40.000 Fans genossen trotz des Wetters bereits das „Festival vor dem Festival” rund um die „Camping- Stage”. Als die Tore zu den Campingplätzen geöffnet wurden, gab es Wartezeiten von über fünf Stunden.

Offenbar in weiser Voraussicht war vor und hinter der „Orange- Stage” das Gelände aus Sicherheitsgründen gepflastert worden. Diese Investition kostete 8 Millionen DKK, ca. 1,2 Millionen Euro. Auch an anderen neuralgischen Punkten wurde versucht, dem Boden mehr Halt zu geben. Dessen ungeachtet entwickelte sich das Festivalgelände bei den Regenmassen innerhalb kurzer Zeit in eine Wattlandschaft. Doch wen interessierte das. Mit Lehmfüßen bewegte sich die 75.000-köpfige Festivalkarawane von Bühne zu Bühne, feierte seine Lieblinge und spürte bald ganz unbekannte Muskeln. Matschbaden oder -surfen wurde zum zusätzlichen Festivalspaß.

Wie schon 1991 schleuderte Iggy Pop mit einem gewaltigen Gig den Wettergöttern seine Wut entgegen. Morrissey hatte nach eigenen Angaben in Roskilde seinen besten Festivalaufritt seiner Karriere, Graham Coxon wusste seine Fans ebenso zu überzeugen wie Franz Ferdinand, Muse, Saybia, Ben Harper & The Innocent Criminals, Pixies, N*E*R*D. Fat Boy Slim verwandelte trotz strömenden Regens das Gelände in die größte Open-Air-Dancehall, deren Fundament zuvor Basement Jaxx gelegt hatten.

Wie auch in den Jahren zuvor gab es eine Vielzahl von hochkarätigen Überraschungen auf den Zeltbühnen. Genannt seien: !!!, Amparanoia, Broken Social Scene, Fermin Muguruza Kontrabanda, Gwana Diffusion, Jaipur Kawa Brass Band, Kira & The Kindred Spirits, Cheik Lo, Ricochets, The Royal Danish Opera, Oumou Sangare, Sly & Robbie, Under Byen, Wire. Als Baby Woodrose das Festivalende einläutete, konnte konstatiert werden: trotz der Wetterunbill war es wiederum ein friedliches Festival; die Anzahl der Diebstähle war durch die Neuordnung der Campingplätze drastisch gesunken. Allerdings gab es erstmals in der Festivalgeschichte drei Vergewaltigungen. Diese Vorfälle werden sehr ernst genommen und es gibt jetzt schon Überlegungen, derartiges zukünftig verhindern zu können.

Trotz der zusätzlichen Kosten für die anstehende Wiederherstellung der Grasnabe des Festivalgeländes, der Camping- und Parkplätze, war das Festival auch ökonomisch erfolgreich, so dass wieder ein Überschuss für humanitäre Zwecke bleibt. Wie schon 2003 liegt der Fokus auf dem israelisch-palästinensischem Konflikt. Der diesjährige Überschuss wird gespendet an die gemeinnützigen Organisationen DanCurchAid und UPMRC (Union of Palestinian Medical Relief Committees). In Kooperation haben sich beide Organisationen zum Ziel gesetzt, die durch den israelischen Mauerbau unterbrochene medizinische Versorgung für die palästinensische Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck soll eine mobile, technisch hoch ausgerüstete Krankenstation eingesetzt werden.

Roskilde Festival 05 hat seine Tore geschlossen. Es wird wohl als das sonnigste und friedlichste in die Annalen eingehen. Auch wenn es, wie von vielen Seiten bemängelt, zu wenig relevante Headliner im Programm gehabt haben soll, waren viele musikalische Höhepunkte zu erleben. Beeinflusst durch das herrliche Wetter haben sich Publikum und Künstler gegenseitig in eine hervorragende Festivalstimmung gebracht, so dass es zu außergewöhnlichen Konzerten kam.
Als einer der vielen Höhepunkte ist der Auftritt von „Greenday“ zu nennen. Mit unglaublicher Spielfreude – sie kamen direkt von ihrem Gig vom Live 8 Spektakel aus Berlin – rissen sie die knapp 60.000 Fans vor der Orange Stage von Begeisterungssturm zu Begeisterungsturm. Weitere Höhepunkte waren vielleicht „Ikscheltaschel“, die mit grenzenüberschreitender Musik und dadaistischen Texten die Orange Stage eröffneten. Auf der Arena Stage sorgten „Flogging Molly“ und vor allem „Sonic Youth“ für erste Höhepunkte. Im Ballroom brachten „Ska Cubano“ und „Mori Kante“ die Tanzbeine ins Schwingen, während im Pavillon und Odeon „Die anarchistische Abendunterhaltung“, „Tom Vek“ oder „Le Tigre“ das Publikum in Fahrt brachten.
Am Freitag waren mit „Snoopy Dogg“, „Audioslave“, „Black Sabbath“ und den Dänen von „D-A-D“ weitere große Namen auf der größten Bühne. Dennoch spielte die Musik irgendwie auf den Anderen. „Ali Farka“, „Toure“, „The Tears“, „Junior Senior“ und „Mew“ auf der Arena Stage, „The Dears“, „The Beatsteaks“ im Odeon, „Warsaw Village Band“, „Radio Mundial“, „Femi Kuti & The Positive Force“ im Ballroom, oder „The Good Be Tanyas“, „M83″, „The Others“ und „Death From Above 1979″ im Pavillon.
Der Sonnabend sollte noch eine Steigerung bringen. Die „Foo Fighters“ setzten auf der Orange Stage erste Akzente. Weiter ging es mit „Outlandish“ in der Arena, „Michael Simson & Søvstorm“ im Odeon, „The Dresden Dolls“ im Pavillon, „Röyksopp“ im Metropol, sowie „Desorden Publico“ im Ballroom. Dennoch: Fast Alle strömten zur Orange Stage und wartete auf „Greenday“. Und niemand wurde enttäuscht.
Auch der Sonntag hatte noch einige Leckerbissen zu bieten. „The Futureheads“, „Bloc Party“, „Bright Eyes“ im Odeon, „Plena Libre“, „Macaco“ im Ballroom, „Jamie Cullum“, „Interpol“ in der Arena, „Chic“ im Metropol sowie „Turbonegro“ und „And You Will Know Us By The Trail Of Death“ fuhren den Festivalpegel nochmals hoch, bevor Jung und Alt sich bei untergehender Sonne durch Brian Wilson nach Surf City treiben ließen. Mit lateinamerikanischen Rhythmen und ambitionierten politischen Texten beendete Juan Luis Guerra das Festival 05. Auf dem Gelände entstanden die typischen Trommelgruppen, in der Arena war bis in den frühen Morgen eine After Festivalparty angesagt.
Wehrmutstropfen allerdings war, dass das Festival mit 65.000 Zuschauern nicht ausverkauft war. So blieben keine Überschüsse für den Kampf gegen moderne Sklaverei übrig – sozialer Fokus in diesem und im nächsten Jahr.
Denn das Festival 06 ist in Vorbereitung. Der Countdown für das „warm-up“ vom 25. Juni 2006 und das Festival vom 29. Juni bis 2. Juli läuft.
Das Roskilde Festival sagt aber seinem Publikum erst einmal Danke für das Jahr ‘05 und wünscht sich:

Vi Ses I Roskilde ‘06
Peter Strempel